Informationen über „Häusliche Gewalt“ im Arbeitskreis Gleichstellung
Bocholt (pd). In seiner letzten Sitzung am Mittwoch, 13. Februar 2008, informierte sich der Arbeitskreis für Fragen der Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Bocholt über die hiesigen Beratungsmöglichkeiten zur „Häuslichen Gewalt“.Häusliche Gewalt bezeichnet Gewalttaten zwischen Menschen, die in einem Haushalt zusammen leben. Unter den Oberbegriff der häuslichen Gewalt fallen deshalb nicht nur Gewalt in Paarbeziehungen (vor, während und nach einer Trennung), sondern auch Gewalt gegen Kinder, Gewalt von Kindern gegenüber ihren Eltern, Gewalt zwischen Geschwistern und Gewalt gegen im Haushalt lebende ältere Menschen. In Bocholt gibt es nun Überlegungen zu Beratungsangeboten für Gewalttäter, die in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus Bocholt von Ulrik Störzer, Sozialarbeiter, Gewaltberater und Gewaltpädagoge, angestoßen wurden. Nach Stadtlohn soll nun auch über ein Beratungsangebot in Bocholt nachgedacht werden.
„Gewalt“, so Störzer, „ist jede Form körperlicher Beeinträchtigung und ihre Androhung.“ Er unterschied damit klar, dass Gewalt nicht Aggression ist. Aggressive Menschen äußern ihre Gefühle, Gewalttäter tun das nicht, sagte Störzer. Der “Gewaltkreislauf” beginnt mit der Gewalttat. Nach der Tat, so Störzer, „wachen“ die Männer „auf“, zeigen Reue und Scham und überschütten ihre Opfer mit Geschenken und Blumen. Wiedergutmachungen werden ausgehandelt, jedoch findet nach einiger Zeit eine „Verantwortungsabgabe“ statt. Dahinter verbergen sich die Gedanken von Männern, wie z. B. „Meine Frau hat ja auch das und das gemacht“, „Mir geht es ja auf der Arbeit so schlecht“, etc., die, so Störzer in ein Schweigen führen, um sich nicht mit den drohenden Konflikten auseinandersetzen zu müssen. Diese unausgetragenen Konflikte führen zu einem erneuten Ohnmachtsgefühl, aus dem wieder die Entscheidung zur Gewalttat entstehen kann.
„Täterarbeit ist Opferschutz“, sagte Ulrik Störzer den interessierten Arbeitskreismitgliedern und damit ist es wichtig, auch ein Beratungsangebot in Bocholt zu schaffen. Deshalb soll hier – ähnlich wie der Verein „Männer gegen Männergewalt e.V.“ eine Wohnung oder Räumlichkeit gefunden werden, in denen Männer, die ihre Gewalttätigkeit beenden wollen, beraten werden.

Ein Kommentar
Leider geht Herr Störzer nur von Tätern aus. Täterinnen finden bei ihm zur Zeit offenbar keinerlei Beachtung. Schade.