Präsenz in der Pädagogik- Über den Mut, zu handeln.

Diese Referenz über die beiden Tagesveranstatungen von Jürgen Krabbe und Sabine Seifert in Zürich erreichte uns heute. Wir freuen und bedanken uns! Hier ein Auszug:

Referenz aus der Tagung
Präsenz in der Pädagogik – über den Mut zu handeln
9./10. Juni 2008, Paulus-Akademie Zürich

An den beiden Tagen mit gleichem Programm haben gesamthaft rund 220 Personen teilgenommen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle nochmals herzlich danken für Ihre Bereitschaft, dieses wichtige Thema einer grossen Zuhörerschaft näher zu bringen.
Es ist Ihnen gelungen, unsere Mitarbeitenden an Ihrem ausserordentlichen Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen. Ihre klaren Aussagen – die manchmal auch Widerspruch hervorriefen – über die Bedeutung der zehn Grundgefühle, über das Phänomenologische Modell und das Kontaktmodell animierten zu intensiven, nachhaltigen Gesprächen in Kleingruppen.

Hier gibt es das Original als PDF.

Den Auftakt gab Stiftungsratspräsidentin Monika Weber. Sie umriss die Entwicklung der Stiftung im Verlaufe des letzten Jahrzehnts und unterstrich die herausragende Rolle, welche die Qualität unserer Dienstleistungen auch in Zukunft spielen wird.Theo Eugster erläuterte im Anschluss den Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit zwischen Staat und privaten Trägerschaften und nannte Beispiele der aktuellen Angebotsentwicklung, welche die Stiftung für die Zukunft fit machen. Kurt Huwiler lobte den Mut der Pädagoginnen und Pädagogen, trotz Unschärfen im Berufsauftrag mit Überzeugungskraft ihre Aufgabe zu erfüllen. Damit war das Thema der Tagung, welche eine fünfköpfige Arbeitsgruppe vorbereitet hatte, lanciert. Die geladenen Gäste aus deutschem Lande, Sabine Seifert Wieczorkowsky und Jürgen Krabbe (beide tätig im Forum Intervention, Lingen), übernahmen gut gelaunt die inhaltliche Gestaltung des restlichen Tages.
Die beiden Referenten zeigten unter aktiver Mithilfe des Plenums ebenso anschaulich wie eindringlich auf, dass die Essenz unserer pädagogischen Arbeit Anwesenheit ist, gepaart mit dem Mut, die ganze Palette unserer Gefühle zu äussern. Diese bilden unsere besten Werkzeuge, liefern eine Methode für unsere Arbeit, denn Emotionen sind die Grundlagen jeder Beziehung, die Basis unserer Kommunikation. Ohne die Liebe zu Kindern und Jugendlichen können die anspruchsvollen pädagogischen Ziele nicht erreicht werden. Mit Courage, also der Beherztheit, auch Angst, Wut, Verzweiflung, Traurigkeit, Scham, Lust, Ekel, Hass oder Freude authentisch zu vermitteln, schaffen wir für die uns anvertrauten Zöglinge ein Übungsfeld und die stets wachsende Sicherheit, ihre eigenen Gefühle zu erkennen, richtig einzustufen und einen adäquaten Umgang mit ihnen zu erlernen. Wir alle haben individuelle Reaktionsweisen entwickelt, wie wir Kontakte pflegen, wie wir in Stress- und Konfliktsituationen reagieren, kurz, wo wir das «Heimspiel » haben. Je besser wir uns selbst kennen, umso eher gelingt es uns, Resonanzkörper und authentisches Vorbild zu sein und damit längerfristig Wunden aus verletzenden Beziehungen zu heilen. Narben bleiben, sind aber Teil der Lebensgeschichte unserer Kids, die biografisch integriert werden können. Mit Professionalität und einem differenzierten Gender-Bewusstsein, das heisst insbesondere mit Sensibilität für das richtige Quantum, den geeigneten Kontext und die kulturellen Rahmenbedingungen, schaffen wir echte Beziehungsangebote. Unsere eigene Persönlichkeit – mit dem nötigen Mut zur geforderten Präsenz – bestimmt wesentlich die Qualität unserer Pädagogik.
Wir hoffen, Sie konnten stärkende, ermutigende Inhalte und Anregungen für Ihre Arbeit aus der Tagung mitnehmen. Sollte Ihnen bei den vielfältigen Begegnungen im Alltag ab und an die Tagung – oder einzelne Teile daraus – in den Sinn kommen, ist unser Ziel erreicht! Im Namen der Vorbereitungsgruppe ein herzliches Dankeschön für Ihr Kommen, für die offene und engagierte Teilnahme in den Arbeitsgruppen und im Plenum, für die Bereitschaft, über Ihre Gefühle zu sprechen. …

Fachtagung erhält gute Noten
145 Personen (knapp zwei Drittel aller Teilnehmenden) waren bereit, im Anschluss an die Tagung einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Was die Referate betrifft, erzielte Theo Eugster die höchste Zufriedenheit, gefolgt von Sabine Seifert und Jürgen Krabbe: Die Werte lagen zwischen 2,2 und 2,9 (1 = sehr zufrieden, 5 = sehr unzufrieden). Noch beliebter mit einem Mittelwert von 1,9 war die musikalische Darbietung des Duos Noser – Cannizzaro.

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