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Minden-Lübbecke. Ältere Menschen werden ebenso Opfer häuslicher Gewalt wie jüngere. Im Kreis Minden-Lübbecke wird darum untersucht, wie man diesen Betroffenen besser helfen kann. Das kreisweite Netz PRIO (Prävention – Intervention – Opferschutz) wird mit Hilfe von Fördermitteln des Landes die Hilfsstrukturen unter die Lupe nehmen und prüfen, wie die Angebote im Mühlenkreis verbessert und verzahnt werden können.
“In den Fachdiskussionen tauchen ältere Menschen als Opfer häuslicher Gewalt bislang seltener auf, weil die meisten Hilfe Suchenden zu den jüngeren und mittleren Jahrgängen gehören”, erklärt Andrea Strulik, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke und PRIO-Koordinatorin. Mögliche Gründe: Ältere Menschen finden schwerer den Zugang zu Hilfsangeboten oder deren Struktur geht nicht genug auf ihre Lebenssituation und Bedürfnisse ein.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat auf Antrag 13.000 Euro bewilligt, damit im Rahmen von PRIO untersucht wird, wie älteren Opfern häuslicher Gewalt besser geholfen werden kann. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit den Beteiligten vor Ort wie Beratungsstellen oder Altenvereinen geschehen. Ziel ist es, die Hilfsangebote im Bereich der Altenhilfe besser mit den Hilfen im Themenfeld der häuslichen Gewalt zu verzahnen. Die Landesförderung umfasst moderierte Fachgespräche ebenso wie Fortbildungen für Fachpersonal. Ende des Jahres sollen die Arbeitsergebnisse vorgestellt werden.
“Eine besondere Aufgabe haben die Hausärztinnen und Hausärzte”, betont Andrea Strulik, “sie erfahren viel von der persönlichen Situation innerhalb einer Familie und können über die medizinische Behandlung hinaus helfend eingreifen, indem sie auf Hilfsangebote wie zum Beispiel Beratungsstellen hinweisen oder direkt den Kontakt herstellen.”
“Die Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und den Hilfseinrichtungen am Runden Tisch gegen häusliche Gewalt funktioniert gut, darauf können wir aufbauen”, freut sich Andrea Strulik. Erst kürzlich hat zum vierten Mal eine Fortbildung für Arzthelferinnen über häusliche Gewalt stattgefunden. Die gute Resonanz zeigt, wie offen die Teams der Arztpraxen im Mühlenkreis gegenüber diesem Thema sind. Deutlich geworden ist auch: In den Praxen mit gutem Informations- und Fortbildungsstand über häusliche Gewalt werden wesentlich mehr Patientinnen als Opfer erkannt und Hilfen angeboten als in anderen Praxen.
yvonne.jaworski
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