TAZ: Täter ohne Rechtsanspruch auf Therapie

Differenziertes Beratungsangebot in Bremen. Täter aus “nichtdeutschen Kulturkreisen” werden aber kaum erreicht.
Wer häusliche Gewalt ausübt, hat keinen Rechtsanspruch darauf, sich kostenlos beraten zu lassen oder in Trainingsmaßnahmen geschult zu werden. Solche Leistungen kann nur beanspruchen, wer zusätzlich nachweist, dass er besondere soziale Schwierigkeiten hat. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor.

Eine bessere Finanzierung für Beratungsstellen sei zwar grundsätzlich wünschenswert – gerade um die Öffentlichkeitsarbeit zu stärken. Wegen der angespannten Haushaltslage will der Senat aber kein zusätzliches Geld zur Verfügung stellen. Derzeit erhält in Bremen ausschließlich der Verein “Neue Wege” eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 15.000 Euro. Die Teilnahme am Programm ist kostenlos. In Bremerhaven können sich Täter an die Fachstelle für Gewaltprävention für Sexualstraftäter wenden. Sie wird vom Justizressort finanziert. Wer sich dagegen vom Verein “Männer gegen Männergewalt” oder im Männertherapiezentrum in Bremen beraten lässt – beides Einrichtungen die nicht bezuschusst werden – muss für die Kosten selbst aufkommen.

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CVJM lädt zum Vortrag „Männer gegen Männergewalt“

Leider geht Lothar Bardenhorst in seinem Vortrag noch immer von der Hellfeldstatistik aus, ohne dies kenntlich zu machen.
Damit vermittelt er den ZuhörerInnen einen falschen Eindruck vom Gesamtphänomen “häuslicher Gewalt”, weil er nur über Männer als Täter referiert.
Die wirklichkeitsnähere Statistik (also Dunkelfeld und Hellfeld) würde annähernd eine Gleichverteilung von Täterinnen und Tätern ausweisen. Wer mag, kann hier  oder hier weiterlesen, um sich zu überzeugen.

Fazit: Es ist gut, über Angebote für gewalttätige Männer zu berichten, wenn man nicht vergisst, auch eines für gewalttätige Frauen zu machen und die Statistiken im Hell- und im Dunkelfreld klar auseinander zu halten.

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Gewaltberatung auch in Herten

Ausgebildete Gewaltberater geben den Tätern die Möglichkeit zu lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und die Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. “Jona” heißt die Täterberatung in Herten, benannt nach dem Propheten aus dem Alten Testament, der einen Bekehrungsprozess durchmachte. Das Angebot basiert auf Freiwilligkeit und Anonymität.

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Auch die Stadt Herten informiert darüber: 
Andreas Moorkamp, Gewaltberater beim Sozialdienst katholischer Männer, stellte das Angebot für Männer vor, die ihre Partnerin geschlagen, bedroht oder unter Druck gesetzt haben. „Es gibt vor jeder Tat einen Moment, in dem ein Mann sich bewusst zur Gewalttätigkeit entscheidet. Hände können nicht einfach ausrutschen.“ Er bietet als ausgebildeter Gewaltberater Männern die Möglichkeit zu lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und die Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. „Der Täter ist der Einzige, der den Kreislauf der Gewalt durchbrechen kann“, so Andreas Moorkamp über das Täterberatungsangebot „Jona“, benannt nach dem Propheten aus dem Alten Testament, der einen Bekehrungsprozess durchmachte. Matthias Müller hat in Zusammenarbeit mit dem SKM (Katholischer Verband für soziale Dienste in Münster) und dem KSD Hamm (Katholischer Sozialdienst Hamm) sowie dem Diözesan-Caritasverband diese Beratung für Hertener Männer ermöglicht. Das Angebot basiert auf Freiwilligkeit und Anonymität und findet zunächst in Einzelgesprächen statt. Ende Dezember wird eine großangelegte Kampagne starten. Ab Montag, 12. Januar 2009, ist eine Beratungshotline verfügbar.

Weiterbildung für Gewalt- und Konfliktberater(innen)

Neue Termine für die Weiterbildung “genderorientierte Tätertherapie” vom Forum Intervention.

In 2009 werden insgesamt 4 Seminare für diese Ausbildung angeboten.
Hier können Sie sich informieren und anmelden. 

Seminar: Einführung in die Gewaltberatung mit Täterinnen

Das Forum Intervention bietet vom 15.-18.05 2009 ein Seminar zum Thema: Arbeit mit gewalttätigen Frauen und Mädchen an. Interssierte bekommen hier direkt die Ausschreibung und das Anmeldeformular.